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    Wissen

    Wie prüft WACA® digitale Barrierefreiheit?

    Digitale Barrierefreiheit lässt sich nicht mit einem automatischen Scan allein zuverlässig beurteilen. Viele Barrieren entstehen im Zusammenspiel von Struktur, Inhalt, Bedienbarkeit und technischer Umsetzung. WACA® kombiniert deshalb manuelle Prüfungen, unterstützende Testwerkzeuge und etablierte Prüfmethoden.

    Welche Anforderungen für eine konkrete Prüfung massgeblich sind, hängt vom Wirkungsraum, von der Organisation und vom geprüften digitalen Angebot ab. WACA® führt Prüfungen für die Schweiz, Liechtenstein und den EU-Raum durch und legt den jeweiligen Prüfrahmen vor Beginn des Audits transparent fest.

    Unsere Prüfgrundlagen

    Welche Accessibility-Standards berücksichtigt WACA®?

    Als technische Prüfbasis verwendet WACA® grundsätzlich die WCAG 2.2 auf den Konformitätsstufen A und AA sowie – wenn vereinbart – AAA.

    Je nach Organisation, digitalem Angebot und Wirkungsraum berücksichtigen wir zusätzlich relevante technische oder normative Anforderungen.

    Welche gesetzlichen Anforderungen in der Schweiz, Liechtenstein oder Deutschland gelten, erklären wir separat im Wissensbereich Rechtslage digitale Barrierefreiheit.

    Die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) sind der international etablierte technische Standard für barrierefreie Webinhalte.

    WACA® verwendet grundsätzlich WCAG 2.2 als aktuelle technische Prüfbasis. Geprüft wird in der Regel auf Konformitätsstufe AA. Je nach Auftrag können auch Anforderungen der Stufen A oder AAA separat betrachtet werden.

    Welche Version gesetzlich oder normativ in einem bestimmten Land referenziert wird, kann davon abweichen. Diese Einordnung erfolgt separat in unserem Bereich zur Rechtslage digitale Barrierefreiheit.

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    Für Prüfungen in der Schweiz verwendet WACA® WCAG 2.2 als technische Prüfbasis und berücksichtigt – sofern für den Auftrag relevant – zusätzlich Anforderungen aus eCH-0059.

    Welche Organisationen in der Schweiz rechtlich welchen Anforderungen unterliegen, wird nicht auf dieser Prüfmethodik-Seite erläutert.

    Zur Rechtslage in der Schweiz →

    Für Prüfungen in Liechtenstein verwendet WACA® WCAG 2.2 als technische Prüfbasis und berücksichtigt bei Bedarf zusätzlich relevante Anforderungen aus EN 301 549.

    Die rechtliche Einordnung für öffentliche Stellen und private Anbieter wird separat auf unserer Länder-Seite erläutert.

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    Für Prüfungen in Deutschland und im europäischen Kontext verwendet WACA® WCAG 2.2 als technische Prüfbasis.

    Je nach Prüfauftrag berücksichtigen wir zusätzlich relevante Anforderungen aus EN 301 549 sowie weitere für das konkrete digitale Angebot vereinbarte technische Anforderungen.

    Welche gesetzlichen Anforderungen beispielsweise nach BITV oder BFSG gelten, wird separat in unserem Wissensbereich zur Rechtslage erläutert.

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    EN 301 549 beschreibt Accessibility-Anforderungen für Informations- und Kommunikationstechnologien und geht in bestimmten Bereichen über reine Webinhalte hinaus.

    WACA® berücksichtigt Anforderungen aus EN 301 549 dann, wenn sie für den vereinbarten Prüfgegenstand relevant sind.

    Welche Fassung der Norm in einem bestimmten Rechtsraum rechtlich referenziert wird, wird separat in unseren Informationen zur Rechtslage digitale Barrierefreiheit behandelt.

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    Der konkrete Prüfrahmen wird vor Beginn des Audits festgelegt.

    Dabei berücksichtigen wir insbesondere:

    • Art des digitalen Angebots
    • vereinbarten Prüfgegenstand
    • Zielmarkt bzw. Wirkungsraum
    • erforderliche WCAG-Konformitätsstufe
    • zusätzlich vereinbarte technische oder normative Anforderungen

    Dadurch ist vor Beginn der Prüfung transparent festgelegt, was geprüft wird und nach welchen Kriterien die Bewertung erfolgt.

    Die rechtliche Beurteilung, welche Anforderungen für eine Organisation verpflichtend sind, ist davon getrennt und wird in unserem Wissensbereich zur Rechtslage erläutert.

    Rechtslage digitale Barrierefreiheit →

    UNSERE PRÜFMETHODIK

    Welche Tools werden eingesetzt für die Accessibility-Tests?

    Eine seriöse Accessibility-Prüfung hat zu einem hohen Masse manuell zu erfolgen. Zur Unterstützung arbeitet WACA® mit einer Vielzahl etablierter Accessibility-Tools. Je nach Technologie, Plattform und Prüfziel kommen unterschiedliche Werkzeuge und Prüfmethoden zum Einsatz.

    Manuelle Prüfung

    Zentrale Seiten, Komponenten, Zustände und Nutzerprozesse werden fachlich beurteilt.

    Tastaturprüfung

    Keyboard-only, Fokusreihenfolge, sichtbarer Fokus, Tastaturfallen und Bedienbarkeit interaktiver Elemente.

    Screenreader-Tests und assistive Technologien

    NVDA, JAWS, wo sinnvoll, VoiceOver und je nach Prüfgegenstand weitere assistive Technologien.

    Automatisierte Checks

    Zum Beispiel axe und WAVE – ergänzend, jedoch nie als alleinige Prüfgrundlage.

    Browser-Tests

    Chrome, Firefox und je nach Fragestellung weitere Browser sowie Accessibility Tree und Browser DevTools.

    Responsive Tests

    Desktop, mobile, Zoom, Reflow und unterschiedliche Viewports.

    Formular- und Interaktionsprüfung

    Formulare, Fehlermeldungen, Dialoge, Menüs, Tabs, Akkordeons, Modals, Statusänderungen und wichtige End-to-End-Prozesse.

    Semantische und redaktionelle Inhaltsprüfung

    Struktur, Überschriften, Listen, Alternativtexte, Tabellen, verständliche Beschriftungen, semantische Auszeichnung und redaktionelle Accessibility-Aspekte, technischer und redaktioneller Kontext.

    Werkzeuge unterstützen die Prüfung. Die Bewertung eines Erfolgskriteriums erfolgt jedoch nicht allein aufgrund eines automatisierten Tool-Ergebnisses. Die konkrete Prüfumgebung wird passend zum Prüfgegenstand gewählt; nicht jedes Werkzeug kommt bei jedem Auftrag zum Einsatz.

    Automatisierte und technische Unterstützung
    axe DevTools
    WAVE
    Browser DevTools
    Accessibility Tree
    W3C Validator, wo sinnvoll
    Assistive Technologien
    NVDA
    JAWS
    VoiceOver
    Interaktion
    Keyboard-only Testing
    Fokus- und Interaktionsprüfung
    Visuelle Prüfung
    Contrast- und Color-Contrast-Tools
    Farbfehlsichtigkeits-Emulatoren
    PDF
    PAC – PDF Accessibility Checker
    Adobe Acrobat Pro
    Browser
    Chrome
    Firefox
    Safari oder Edge abhängig vom Prüfgegenstand

    PDF-Dokumente können Bestandteil einer Accessibility-Prüfung durch WACA® sein. Je nach Auftrag prüfen wir PDFs manuell und mit spezialisierten Werkzeugen auf relevante Barrieren. Dazu gehören insbesondere Dokumentstruktur, Lesereihenfolge, Alternativtexte, Formulare und die Nutzbarkeit mit assistiven Technologien.

    Tagging und Struktur
    Semantische Dokumentstruktur und korrekte Auszeichnung
    Lesereihenfolge
    Logische Reihenfolge der Inhalte für assistive Technologien
    Alternativtexte
    Textalternativen für relevante Grafiken und visuelle Inhalte
    Semantische Auszeichnung
    Zum Beispiel Überschriften, Listen, Tabellen und weitere Strukturelemente
    Formularfelder
    Beschriftungen, Bedienbarkeit und semantische Zuordnung
    Screenreader-Nutzung
    Nutzbarkeit und Verständlichkeit mit assistiven Technologien
    Dokumentensprache
    Korrekte Auszeichnung der verwendeten Sprache

    Zur Unterstützung der PDF-Prüfung setzen wir unter anderem den PAC (PDF Accessibility Checker) sowie Adobe Acrobat Pro ein. Wichtig: Ein automatisierter PAC-Check allein belegt weder vollständige PDF-Barrierefreiheit noch PDF/UA-Konformität. Die manuelle fachliche Beurteilung bleibt erforderlich.

    Infos für die Erstellung eines PDFs unter Checkliste «Barrierefreie PDFs».

    Wie tief werden PDFs geprüft?

    Im Quick Check werden relevante PDF-Dokumente im Rahmen der vereinbarten Stichprobe exemplarisch betrachtet. Bei einem Zertifizierungs-Audit richtet sich die Auswahl und Prüftiefe nach dem definierten Prüfgegenstand und Scope.

    Unsere Prüfverfahren

    Wie unterscheidet sich das Prüfverfahren beim Quick Check und Zertifizierungs-Audit?

    WACA® unterscheidet bewusst zwischen einer explorativen Standortbestimmung und einer systematischen Accessibility-Prüfung. Der Quick Check dient dazu, mit begrenztem Aufwand typische und besonders relevante Barrieren sichtbar zu machen. Readiness-Checks und Zertifizierungs-Audits folgen dagegen einem definierten Prüfprozess mit festgelegtem Scope, repräsentativer Auswahl, systematischer Bewertung und nachvollziehbarer Dokumentation. Die Prüfung orientiert sich dabei an etablierten Prüfmethodiken und dem Prüfverfahren des BIK BITV-Tests.

    Quick Check

    Explorative Standortbestimmung

    • gezielte Auswahl relevanter Seiten und Komponenten
    • Fokus auf typische und wirkungsstarke Barrieren
    • manuelle Prüfung mit ergänzenden Werkzeugen
    • Dokumentierte Findings und Priorisierung
    • keine vollständige Konformitätsbewertung
    • Möglichkeit zum Awareness-Zertifikat nach Re-Check

    Geeignet für einen schnellen Einstieg und die Priorisierung erster Verbesserungen.

    Readiness & Zertifizierung

    Systematisches Prüfverfahren angelehnt an BIK BITV + WCAG 2.2

    • definierter Prüfgegenstand und Scope
    • systematisch zusammengestellte repräsentative Auswahl
    • vollständige relevante Nutzerprozesse
    • strukturierte Prüfung der anwendbaren Anforderungen
    • dokumentierte Bewertung und Findings
    • Qualitätssicherung und Re-Review
    • Grundlage für die WACA®-Zertifizierungsentscheidung

    Geeignet für Organisationen, die ihre Accessibility strukturiert nachweisen und eine WACA®-Zertifizierung anstreben.

    Die WACA® Accessibility-Zertifizierung prüft systematisch nach WCAG 2.2 auf Konformitätsstufe AA und berücksichtigt die für den jeweiligen Prüfgegenstand zusätzlich anwendbaren Anforderungen. Im Schweizer Kontext gehören dazu insbesondere die Anforderungen des eCH-0059 Accessibility Standard. Methodisch orientiert sich WACA® an etablierten Evaluationsmethoden, insbesondere an WCAG-EM des W3C sowie an den öffentlich dokumentierten Prüfschritten und methodischen Grundsätzen der BIK-Testmethodik.

    Für Readiness-Checks und Zertifizierungs-Audits verwendet WACA® ein strukturiertes Prüfverfahren auf Basis etablierter Accessibility-Evaluationsmethoden. Fachliche Grundlagen bilden insbesondere die öffentlich dokumentierten Prüfschritte und methodischen Grundsätze der BIK-Testmethodik sowie die WCAG Evaluation Methodology (WCAG-EM) des W3C.

    Dabei werden Prüfgegenstand und Scope definiert, relevante Seitentypen, Komponenten und vollständige Nutzerprozesse identifiziert, eine repräsentative Auswahl zusammengestellt und die für den Prüfgegenstand relevanten Anforderungen systematisch bewertet und dokumentiert.

    1. Scope definieren
    2. digitales Angebot untersuchen
    3. repräsentative Auswahl festlegen
    4. relevante Anforderungen systematisch prüfen
    5. Findings und Bewertungen dokumentieren
    6. Qualitätssicherung durchführen
    7. nach Korrekturen Re-Review durchführen

    Der konkrete Umfang richtet sich nach Grösse, Komplexität, Technologien und Funktionsumfang des geprüften Angebots.

    WACA® orientiert sich bei Readiness-Checks und Zertifizierungs-Audits am BIK BITV-Testverfahren, weil es ein etabliertes, systematisches und nachvollziehbar dokumentiertes Prüfverfahren für digitale Barrierefreiheit bietet.

    Das Verfahren schafft eine einheitliche und reproduzierbare Prüfmethodik: Prüfschritte, Bewertung und Dokumentation folgen definierten Regeln und sind dadurch über unterschiedliche Websites, Anwendungen und Audits hinweg vergleichbar.

    Für WACA® sind insbesondere folgende Aspekte entscheidend:

    • Standardisiertes Vorgehen: definierte Prüfschritte statt rein individueller oder explorativer Bewertung
    • Nachvollziehbarkeit: Findings und Bewertungen lassen sich auf konkrete Prüfschritte und Anforderungen zurückführen
    • Reproduzierbarkeit: Prüfungen können durch qualifizierte Auditor:innen nach einem einheitlichen Vorgehen durchgeführt und überprüft werden
    • Transparenz: Die verwendeten BIK-Prüfschritte sind öffentlich dokumentiert und fachlich nachvollziehbar
    • Qualitätssicherung: ein strukturiertes Verfahren reduziert Interpretationsspielräume und unterstützt konsistente Bewertungen
    • Praxisnähe: neben einzelnen Seiten werden relevante Komponenten und vollständige Nutzerprozesse berücksichtigt

    Für die WACA® Accessibility-Zertifizierung ist WCAG 2.2 auf Konformitätsstufe AA der technische Konformitätsmassstab. Im Schweizer Kontext berücksichtigt WACA® zusätzlich die jeweils anwendbaren Anforderungen des eCH-0059 Accessibility Standard. Die öffentlich dokumentierten BIK-Prüfschritte dienen dabei als methodische Orientierung; die WACA® Zertifizierung bleibt ein eigenständiges Prüf- und Zertifizierungsverfahren.

    BIK: Beschreibung des Prüfverfahrens (Web)(öffnet in einem neuen Tab)

    WACA® orientiert seine Readiness-Checks und Zertifizierungs-Audits an der öffentlich dokumentierten Methodik und den Prüfschritten des BIK BITV-/WCAG-Prüfverfahrens.

    Ein WACA®-Zertifizierungs-Audit ist jedoch eine eigenständige Prüfung von WACA® und darf nicht mit einem offiziellen BIK BITV-Test gleichgesetzt werden.

    Nach Angaben von BIK kann ein BIK BITV-Test nur durch BIK-Prüfstellen, qualifizierte BIK-Prüfende und innerhalb des vorgesehenen BIK-Qualitätssicherungsverfahrens durchgeführt werden.

    BIK: Beschreibung des Prüfverfahrens (Web)(öffnet in einem neuen Tab)

    WCAG-EM ist die vom W3C veröffentlichte Methodik zur strukturierten Bewertung der WCAG-Konformität digitaler Produkte. Sie beschreibt unter anderem, wie der Prüfgegenstand abgegrenzt, das digitale Angebot untersucht, eine repräsentative Auswahl zusammengestellt, diese Auswahl bewertet und das Ergebnis dokumentiert wird.

    WACA® nutzt diese Grundprinzipien insbesondere für Scope, Stichprobenauswahl und Dokumentation bei strukturierten Accessibility-Prüfungen.

    • Scope definieren
    • Prüfgegenstand untersuchen
    • repräsentative Auswahl erstellen
    • Auswahl prüfen
    • Ergebnisse dokumentieren
    W3C: WCAG Evaluation Methodology (WCAG-EM)(öffnet in einem neuen Tab)

    Die Auswahl richtet sich nach Art und Ziel der Prüfung. Beim explorativen Quick Check wählt WACA® gezielt typische und besonders relevante Seiten, Komponenten und Nutzerprozesse aus. Bei Readiness-Checks und Zertifizierungs-Audits wird dagegen eine systematische, repräsentative Prüfauswahl auf Basis des definierten Prüfgegenstands und Scopes zusammengestellt.

    Quick Check: gezielte Auswahl

    Beim Quick Check steht eine schnelle Standortbestimmung im Vordergrund. Innerhalb des vereinbarten Zeitbudgets werden Bereiche ausgewählt, die einen möglichst guten Einblick in typische Barrieren des digitalen Angebots ermöglichen. Daraus entsteht keine vollständige Konformitätsaussage über das gesamte Angebot.

    Je nach digitalem Angebot können beispielsweise betrachtet werden:

    • Startseite
    • zentrale Inhaltsseiten
    • Navigation
    • Formulare
    • wichtige Komponenten
    • zentrale Nutzerprozesse
    • Suchfunktionen
    • Login-Bereiche
    • unterschiedliche Inhaltsformen
    • Desktop- und mobile Nutzung

    Readiness und Zertifizierung: repräsentative Prüfauswahl

    Bei Readiness-Checks und Zertifizierungs-Audits wird die Auswahl systematisch aus dem definierten Prüfgegenstand abgeleitet. Ziel ist, unterschiedliche Seitentypen, Komponenten, Zustände, Inhaltsformen und wesentliche Nutzerprozesse angemessen abzudecken.

    Zusammenhängende Nutzerprozesse werden dabei als vollständige Abläufe betrachtet, beispielsweise Anmeldung, Checkout, Such- oder Anfrageprozesse.

    Je nach Angebot können unter anderem einbezogen werden:

    • Startseite
    • unterschiedliche Inhaltsseitentypen
    • Navigation
    • Formulare
    • Suchfunktionen
    • Login- und geschützte Bereiche
    • wiederkehrende Komponenten
    • dynamische Zustände
    • unterschiedliche Inhaltstypen
    • wesentliche End-to-End-Prozesse
    • relevante PDF-Dokumente
    • unterschiedliche Viewports bzw. Nutzungssituationen

    Ziel ist nicht, lediglich möglichst viele einzelne Fehler zu finden. Die Auswahl soll insbesondere strukturelle Muster, wiederkehrende Barrieren und Probleme in zentralen Nutzungsszenarien sichtbar machen.

    Bei umfangreichen digitalen Angeboten bedeutet eine repräsentative Prüfauswahl nicht, dass jede einzelne URL geprüft wird. Die Aussage einer Prüfung bezieht sich auf den definierten Prüfgegenstand, den vereinbarten Scope und den Stand zum Zeitpunkt der Prüfung.

    Bei Readiness-Checks und Zertifizierungs-Audits orientiert sich WACA® bei Scope und Prüfauswahl an etablierten Accessibility-Evaluationsmethoden, insbesondere an den öffentlich dokumentierten Prinzipien des BIK BITV-/WCAG-Prüfverfahrens sowie an WCAG-EM des W3C.

    So läuft eine Prüfung ab

    Vier Schritte – von Briefing bis Re-Review

    1. Briefing & Scope

      Sie definieren Ziel, Umfang und relevante Nutzerrollen. Gemeinsam legen wir den Prüfgegenstand und die repräsentative Auswahl an Seitentypen, Komponenten und Nutzungsszenarien fest.

    2. Prüfung

      Unsere Experten prüfen Ihr Angebot manuell und technisch – mit Tastatur, assistiven Technologien und unterstützenden Prüfwerkzeugen.

    3. Ergebnis & Übergabe

      Sie erhalten einen strukturierten Report mit priorisierten Findings. Die Ergebnisse werden persönlich übergeben und besprochen.

    4. Umsetzung & Re-Review

      Nach Behebung relevanter Punkte validieren wir die Verbesserungen.

    Findings einordnen

    Nicht jedes Finding hat denselben Hebel

    Eine lange Fehlerliste allein hilft Organisationen wenig. Deshalb werden Findings nicht nur gesammelt, sondern hinsichtlich Relevanz, Auswirkung und Priorität eingeordnet. Wir betrachten dabei nicht nur einzelne WCAG-Verstösse, sondern auch deren Reichweite und strukturelle Bedeutung.

    Seitenübergreifende Barrieren

    Hoher Hebel

    Wiederkehrende Probleme in Komponenten, Designsystemen oder zentralen Interaktionsmustern können viele Seiten gleichzeitig betreffen. Solche Findings werden besonders sichtbar gemacht, weil eine gezielte Korrektur häufig mehrere Bereiche eines digitalen Angebots verbessert.

    • Fokusdarstellung
    • Kontraste
    • wiederkehrende Formularkomponenten
    • Navigations- und Interaktionsmuster
    • semantische Grundstrukturen

    Seitenspezifische Barrieren

    Lokaler Hebel

    Andere Findings betreffen einzelne Inhalte, Funktionen oder Seitentypen. Auch sie werden dokumentiert, aber von strukturellen Problemen unterschieden.

    So entsteht aus dem Audit nicht nur eine Fehlerliste, sondern eine Grundlage für die sinnvolle Priorisierung der nächsten Massnahmen.

    Dokumentation

    Nachvollziehbar dokumentiert statt nur technisch gemeldet

    Findings werden so dokumentiert, dass sie für Produktverantwortliche, UX/UI, Entwicklung und Redaktion nachvollziehbar sind und als Grundlage für die weitere Bearbeitung dienen können. Zu jeder identifizierten Barriere erfassen wir:

    • Beschreibung des Findings
    • betroffene Anforderung bzw. Prüfkriterium (WCAG / EN 301 549)
    • Fundstelle und Kontext: betroffene Seite oder Komponente
    • Auswirkung auf Nutzende
    • Severity bzw. Priorität
    • Hinweise und konkrete Empfehlung zur Behebung

    Beispielhafter Aufbau eines Findings

    Kriterium
    2.4.7 Focus Visible – Level AA
    Beobachtung
    Was wurde festgestellt?
    Auswirkung
    Für welche Nutzerinnen und Nutzer entsteht eine Barriere?
    Priorität
    Wie relevant ist das Finding im Gesamtkontext?

    Zum Ergebnisbericht des WACA® Quick Checks gehören:

    • Management Summary
    • Gesamteinschätzung
    • priorisierte Hauptbefunde
    • Unterscheidung zwischen wiederkehrenden und seitenspezifischen Barrieren
    • konkrete Zuordnung zu relevanten WCAG-Kriterien
    • Screenshots und Erläuterungen, wo dies für das Verständnis sinnvoll ist
    • priorisierte nächste Massnahmen
    • persönliche Übergabe und Besprechung der Ergebnisse

    Diese granulare Dokumentation erleichtert Teams die direkte Weiterverarbeitung in Design, Entwicklung und Content.

    Qualitätssicherung

    Qualitätssicherung unserer Prüfverfahren

    WACA® arbeitet nach transparenten und nachvollziehbaren Prüfprinzipien. Unsere Prüfverfahren basieren auf etablierten internationalen Standards und werden intern sowie durch externe Fachexpertise kontinuierlich weiterentwickelt.

    Die standardisierte Methodik sorgt für eine konsistente Durchführung: Prüfschritte, Bewertungen und Dokumentation folgen definierten Regeln und sind dadurch über unterschiedliche Prüfungen hinweg nachvollziehbar und reproduzierbar.

    Je nach Prüfart erfolgt zusätzlich eine fachliche Qualitätssicherung durch spezialisierte Accessibility-Experten.

    So stellen wir sicher, dass unsere Bewertungen konsistent, belastbar und praxisnah bleiben.

    Produkt & Organisation

    Produktqualität und organisatorische Verankerung

    Eine Website oder Anwendung kann technisch bereits viele Accessibility-Anforderungen erfüllen, ohne dass Barrierefreiheit innerhalb der Organisation dauerhaft verankert ist – und umgekehrt.

    Eine Accessibility-Prüfung beurteilt den Zustand eines digitalen Angebots. Nachhaltige digitale Barrierefreiheit benötigt darüber hinaus Prozesse, Verantwortlichkeiten und Governance. Eine technische Prüfung erlaubt deshalb nicht automatisch eine Aussage über die Accessibility-Reife der gesamten Organisation.

    Für eine belastbare Beurteilung der organisatorischen Verankerung sind zusätzliche Informationen erforderlich – beispielsweise Gespräche mit Verantwortlichen aus Produktmanagement, Entwicklung, UX/UI, Redaktion und weiteren relevanten Bereichen.

    Digitales Angebot

    • technische Umsetzung
    • Komponenten
    • Nutzerwege
    • Inhalte und Semantik
    • Tastatur- und Screenreader-Nutzung
    • Responsive-Verhalten

    Organisation

    • Rollen und Verantwortlichkeiten
    • Entwicklungs- und Qualitätsprozesse
    • Guidelines
    • Kompetenzaufbau
    • Governance
    • kontinuierliche Prüfprozesse
    WACA® Reifegradmodell kennenlernen

    Von der Prüfung zur Umsetzung

    Prüfung ist ein Zeitpunkt. Barrierefreiheit ist ein Prozess.

    Digitale Angebote verändern sich laufend. Neue Releases, Komponenten und Inhalte können neue Barrieren erzeugen. Deshalb empfehlen wir, Erkenntnisse aus Prüfungen dauerhaft in Entwicklung, Design und Redaktion zu verankern.

    WACA® versteht Prüfung nicht als Endpunkt: Unsere Reports sollen nicht nur Probleme sichtbar machen, sondern konkrete Verbesserungen ermöglichen. Auf Wunsch unterstützen wir bei Priorisierung, Umsetzung, dem Review einzelner Komponenten, Monitoring, Accessibility Statements und der Vorbereitung auf eine Zertifizierung.

    • Governance & Verantwortlichkeiten

      Rollen, Zuständigkeiten und Entscheidungswege klar definieren.

    • Standards & Qualitätskriterien

      Accessibility-Anforderungen in Guidelines für Design, Entwicklung und Redaktion verankern.

    • Kompetenzaufbau

      Teams gezielt für Accessibility sensibilisieren und befähigen.

    • Kontinuierliche Verbesserung & Re-Reviews

      Quick Checks, vertiefte Prüfungen, Re-Reviews und erneute Prüfungen vor relevanten Releases systematisch einsetzen.

    • Institutionalisierung

      Accessibility frühzeitig in Konzeption, Entwicklung, Testing und bestehende Abnahmeprozesse integrieren.

    WACA® unterstützt Organisationen dabei, aus einzelnen Prüfungen einen nachvollziehbaren Accessibility-Qualitätsprozess zu entwickeln. So wird aus einer Standortbestimmung ein nachvollziehbarer Verbesserungsprozess.

    Accessibility Governance entdecken

    Was ein Prüfbericht aussagt

    Die Aussagekraft einer Accessibility-Prüfung hängt immer vom definierten Prüfgegenstand, dem vereinbarten Scope, der Prüftiefe und dem Zeitpunkt der Prüfung ab. Ein stichprobenbasierter Quick Check ist keine vollständige Konformitätsbestätigung. WACA® weist deshalb transparent aus, welche Bereiche geprüft wurden und wie das Ergebnis einzuordnen ist.

    Accessibility-Prüfungen sind fachliche Bewertungen digitaler Barrierefreiheit und keine Rechtsberatung.

    Unser Prinzip

    Haltung vor Perfektion

    Digitale Barrierefreiheit ist ein Entwicklungsprozess. WACA® verfolgt einen pragmatischen Ansatz: Nicht alles muss sofort perfekt sein. Wichtig ist, die grössten Barrieren zu erkennen, Prioritäten zu setzen und nachhaltige Verbesserungen umzusetzen.

    Darum kombiniert WACA® fundierte Prüfmethodik mit realistischer Umsetzbarkeit – vom Quick Check über das Re-Review bis hin zur Zertifizierung.

    Sie möchten wissen, wo Sie aktuell stehen?

    Starten Sie mit einem WACA® Quick Check und erhalten Sie eine fundierte Standortbestimmung Ihrer digitalen Barrierefreiheit.